"Leider traurig!"

21. April 2026

Genderbalance-Studie - Sport-Austria-Medientermin

ÖLV-Speerwurf-Rekordhalterin und Europameisterin Victoria Hudson nahm Dienstagvormittag an einem Sport-Austria-Medientermin zum Thema "Genderbalance in der Sportberichterstattung" teil. Maria Pernegger (Media Affairs) präsentierte die zweite Auflage ihrer umfangreichen Genderbalance-Studie. 40.000 Beiträge - darunter 15.000 im Print-Bereich - wurden analysiert. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Frauen und Personen mit Behinderung sind in der medialen Sportberichterstattung in Österreich immer noch stark unterrepräsentiert. "Ich freue mich, dass gefühlt Jahr für Jahr  mehr über Geschlechtergleichheit gesprochen bzw. diskutiert wird", betonte die siebenfache LA-Staatsmeisterin. "Aber die nackten Zahlen sind ernüchternd - sie machen mich traurig und wütend. Wir haben jedenfalls noch einen langen Prozess vor uns."

"Sport ist ein Spiegel der Gesellschaft", bekrätigte Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt. "Sport ist in vielen Bereichen noch immer eine Männerdomäne. Aber wir holen auf: Österreich fördert Frauenligen und forciere mit dem Gender-Trainee-Programm das Vorhaben, mehr Frauen - als Trainerinnen bzw. Funktionärinnen - in den Sport zu bringen." Auch Gastgeber und Sport-Austria-Präsident Hans Niessl fand deutliche Worte: " Wir müssen an unserer Gesellschaft arbeiten und dafür sorgen, dass Frauen für gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen und dass Frauen im Sport einen höheren Stellewert erhalten. Das wird nur funktionieren, wenn wir eine Sportstrategie etablieren, in der Frauensport einen echten Stellenwert einnimmt." 

Die wichtigsten Fakten zur Genderbalance in der heimischen Sportberichterstattung:

- Der Frauen-Anteil liegt aktuell bei 15 Prozent, jener von Männern bei 85 %.

- Im ORF-TV-Sport wurde ein Frauen-Anteil von 26 Prozent ermittelt.

- Auf Sport-Titelseiten sind 74 % Männer bzw. 26 % Frauen zu finden. 

- 0,8 % der Sportberichterstattung entfällt auf Behindertensport.

-  3 %  der Sportbeiträge werden von Redakteurinnen verfasst, 66 % von männlichen Kollegen. Der Rest ist nicht gekennzeichnet.

- Männliche Sportredakteure schreiben zu 13 % über Sportlerinnen, bei Redakteurinnen liegt der Frauen-Anteil bei 38 %.

 

Foto-Copyright: Sport Austria/Johannes Ehn